Heiß, heißer, da läuft sie, meine Konzentration! - Schreiben im Sommer
Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder …
Halt, falscher Text. Weihnachten ist bei Weitem noch nicht da. Dass ich trotzdem Weihnachtslieder in meinem Kopf höre, schreibe ich mal dem Wetter, genauer gesagt der Hitze zu, die mir das Hirn grillt, während ich, im Schweiße meines Angesichts, über dem Laptop brüte und versuche statt steigender Temperatur steigende Spannung in die Geschichte zu bringen. Schließlich muss man auch bei solchem Wetter arbeiten, Konzentration hin oder her. Also, was tun, wenn man es sich nicht leisten kann in Sommerpause zu gehen?
Klimaanlage:
Wenn das Geld für den Urlaub in der Arktis nicht reicht, reicht es vielleicht für ein Klimagerät?
Es muss nicht gleich das Größte sein. Ein kleines würde auch schon helfen und kann bei richtiger Anwendung ein Zimmer kühlen, in welchem man sich einschließen und dann vor sich hinschreiben könnte.
Tücher:
Eine Klimaanlage ist schön und gut, aber zum einen kostet die Anschaffung Geld und dann frisst das Ding auch noch Strom. Zudem hat uns die Einstellung so auf das Wetter zu reagieren nicht erst in Teufels Küche gebracht? Statt die Hitze mit „traditionellen“ Mitteln zu bekämpfen oder auszuhalten, haben wir technisch aufgerüstet und es damit noch schlimmer gemacht. Wenn man keine Klimaanlage nutzen will, was hat man dann für Möglichkeiten?
Wer das Glück hat, nicht im Karlsruher Talkessel zu wohnen, kann den Trick probieren: feuchte Tücher in den Fenstern aufhängen und auf Wind hoffen. Auf die Art kann man Verdunstungskälte erzeugen und zumindest etwas Kühle erreichen.
Der Vorteil: Es ist umweltfreundlich und kostengünstiger als das Klimagerät. Zudem nehmen die Tücher etwas vom grellen Sonnenlicht weg.
Der Nachteil: Der Trick ist nur anwendbar, wenn Wind vorhanden ist. In Karlsruhe ist er daher leider ungeeignet, weil sich hier nie etwas rührt.
Nasse Wäsche:
Wenn auch das mit den Tüchern am fehlenden Wind scheitert, gibt es noch diesen Trick: Wäsche waschen. Und dann die Klamotten noch feucht anziehen. Es wirkt nicht auf Dauer, aber wenigstens für eine Stunde lebt man wieder auf. Und Wäsche, die gewaschen werden muss, findet sich in jedem Haushalt. Ansonsten kann man auch so ein T-Shirt, die kurze Hose nass machen, um den Kühlungseffekt zu erzeugen.
Umziehen:
Im Sinne von Wohnungswechsel. Sicher, ein drastischer Schritt, aber in Anbetracht der Warnungen, dass die Wetterphänomene sich häufen vielleicht nicht dumm? Es muss nicht gleich die Flucht ins Ausland sein. Der Auszug aufs Land, um dem brennenden Asphalt und den Wärme reflektierenden Häusern zu entgehen, würde schon reichen. Und die Miete ist teilweise auch günstiger, was für ein Autorenbudget nicht von Nachteil ist. Wenn dann noch ein Garten oder See in der Nähe ist, ist die Chance auf Abkühlung größer als in der Stadtsavanne und man hat gleich noch einen netten Ausblick beim Schreiben.
Badewanne:
Für alle, die nicht aufs Land können oder wollen bleibt nur Badewanne. Alles was man dann noch braucht, ist ein Tablett oder Holz- oder Plastikbrett, das breit genug ist, um es über die Wanne zu legen. Dann Wasser einlassen, nicht unbedingt voll und nicht eiskalt, lauwarm reicht und dann einsteigen und im Sitzen von der Wanne aus schreiben. Zugegeben, etwas risikofreudig, aber besser als nichts.
Eispack:
Da nicht jeder eine Wanne hat, kommt nun Trick 17 für alle Wannenlosen.
Ein Eispack. Jeder kennt sie. Man erhält sie in der Apotheke oder im Kaufhaus. Alles, was man dann noch tun muss, ist sie für eine Weile kaltzustellen und bei Bedarf aus dem Kühlfach zu holen. Fortgeschrittener ist, wer mehrere Exemplare hat und wechseln kann, wenn das alte Eispack zu warm wird. Wem Wechselexemplare fehlen, kann eine Wärmflasche als Notbehelf nutzen. Diese aber nicht in den Tiefkühler, sondern nur in den Kühlschrank legen. Das Eis, dass sich beim Gefrieren bildet und die Temperaturwechsel schaden auf Dauer dem Plastik, was bei normaler Verwendung zu unangenehmen Überraschungen führen kann. Also, Vorsicht.
Badesee oder Freibad:
Ich denke, den Tipp muss ich nicht weiter erklären oder?
Let’s go to the Mall:
Von Kanadiern im Hitzesommer 2018 wärmsten empfohlen.
Zugegeben die hatten nur knappe 28 Grad in Vancouver und die meisten Wohnungen haben Klimaanlagen, dennoch stöhnten alle und der Wetterdienst warnte. Eine der Empfehlungen, die regelmäßig gegeben wurde, war, dass Alte, Kranke und Kinder, sich in klimatisierten Räumen aufhalten sollten und wer keine Klimaanlage hätte, der solle in die Mall, das nächstgelegene Einkaufszentrum gehen. Auch deutsche Einkaufstempel sind inzwischen klimatisiert, also, warum sich nicht einfach dort einnisten? Auch wenn man weiß, dass man sich nicht auf Dauer dort einnisten kann.
Das sind meine Ideen und Tipps, was man machen kann, wenn man in der Hitze aushalten muss. Was sind eure? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.