Das Energielevel macht keine 40 Stunden
Die meisten von uns haben ein Problem: sie schreiben für ihr Leben gern, aber sie können nicht davon leben. Daher brauchen sie einen normalen Job, um Miete und Essen zahlen zu können. Ein normaler Job, der bei den meisten von uns um die 40 Stunden pro Woche (inoffiziell oft mehr) an Zeit verschlingt. Und ebenso wichtig: Energie. Er verschlingt Energie.
So viel, dass es sein kann, dass man, aller guten Vorsätze zum Trotz, am Wochenende nicht dazu kommt zu schreiben. Nicht weil man nicht möchte, sondern einfach, weil man so fertig ist, dass man einfach nicht mehr denken kann.
Gerade ich merke das, da mein Akku aufgrund der fiesen Autoimmunerkrankung sehr oft sehr leer ist. Da kann ich nur noch aufs Sofa fallen, Schmerzmittel gegen die fiesen Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen schlucken. Natürlich hält all das mein schlechtes Gewissen nicht davon ab, mich nett darauf hinzuweisen, dass ich seit Jahren nichts mehr wirklich geschrieben, geschweige denn veröffentlich habe. Und, um ehrlich zu sein, mit dem Schreiben ist es ein wenig auch wie mit dem Sport. Wenn man es nicht regelmäßig betreibt, dann baut man an „Muskelmasse“ ab und nach und nach wird es immer schwerer wieder einzusteigen. Allein für diesen Artikel habe ich drei Anläufe und ungezählte Tage (ja, tatsächlich Tage) gebraucht. Einfach, weil ich unterwegs aufgrund des Energiemangels immer wieder den roten Faden verloren habe, nicht fertig werden konnte. Aber hoffen wir dieses Mal das Beste, dass ich es bis ans Ende schaffe und das es gut wird.
Also, nach dieser kleinen Einleitung kann man vielleicht schon sehen, worum es diesen Monat geht: Schreiben und der Alltag 2.0 oder anders ausgedrückt: Die Muse und deine Energie machen keine 40 Stunden. Wie also schafft man es beides unter einen Hut zu bekommen?
Erste Feststellungen:
Um euch von meinen ersten Erkenntnissen zu erzählen, muss ich kurz aus dem Nähkästchen plaudern:
Vor gut zwei Jahren bin ich wieder voll in das Berufsleben eingestiegen. Bis dahin lief bei mir alles gut. Es war nicht so, dass das Schreiben jeden Tag ein reines Zuckerschlecken war. Auch wenn man seinen Lieblingsjob machen darf, es läuft nicht immer alles glatt oder einfach. Allerdings und das gebe ich zu, war es so, dass ich die Probleme dort immer gern gelöst habe. Etwas, dass mir bei meinem bezahlten Brotjob nicht so geht. Hier finde ich zwar auch Lösungen, aber Probleme, die ich mir quasi selbst aufgehalst habe, haben noch einmal eine andere Qualität als solche, die ich für andere Leute lösen darf. Und genau das wird wohl einer der Faktoren sein, die mich so viel Kraft und Energie kosten und das Schreiben verhindern. Denn sehr schnell stellte ich fest, dass ich zwar meinen Brotjob auf die Reihe bekam, aber es mit dem Schreiben nicht mehr klappen wollte. Nicht mal Blogartikel gingen mehr. Was bisher noch nie vorgekommen war.
Meine ersten Reaktionen darauf waren, mir das damit zu erklären, dass es klar am Job, an der Umstellung der Lebensumstände läge.
Es ist doch klar, dass ein neuer Job viel Kraft kostet. Das geht jedem so. Und es pendelt sich auch wieder ein. Also, zumindest sollte es.
Das tat es bei mir allerdings nicht. Bis heute verlangt mir das normale Arbeitspensum viel ab und merkte, so einfach schleifen lassen, geht nicht. Weil dann komme ich in hundert Jahren noch nicht dazu, etwas für mein Schreiben zu tun.
Daraufhin war meine nächste Reaktion der Griff zu rigider Disziplin. Eiserne Disziplin hat mir schon so manches Mal über manche Hürde geholfen. Und ja, wenn man irgendwas auf lange Sicht schaffen möchte, dann ist Disziplin ein wichtiger Teil davon. Ich kramte also meine altbewährten Rezepte raus. Legte mir einen Wochenplan an, wann ich was machen wollte und wie viel. Als das nichts half, sah ich mich nach anderer Leute Tipps an, probierte aus früher aufzustehen, da manche darauf schwören, dass das Schreiben noch vor dem Frühstück das sei, was ihnen geholfen hatte das Schrieben mit dem Brotjob zu vereinen. Klar, schließlich hat man morgens um 5 oder 6 Uhr noch nichts von seiner Energie verbraucht. Abends hingegen schon.
Alles in allem klangen diese Tipps zwar etwas fies in der Umsetzung, aber sonst alle ganz logisch. Also, ich war verzweifelt, bereit rigorose Disziplin anzuwenden und scharf drauf weiter zu kommen, warum nicht mal was Neues? Schließlich heißt es doch, dass der irre ist, der immer alles gleich macht und trotzdem eine Änderung erwartet.
Ich zog alles durch, mit dem Ergebnis, dass alles ziemlich nach hinten losging. Sehr bald war ich nicht nur vollkommen erschöpft, sondern plagte mich noch mit den bereits oben beschriebenen Schmerzen, die mich vollkommen lahmlegten. Und ungefähr ab dem Zeitpunkt wurden mir einige Dinge ziemlich klar.
Zum einen, dass es sich wohl nicht um normale Anpassungsschwierigkeiten an einen volleren Terminplan, bzw. an eine Lebensumstellung handelte, sondern dass irgendwo irgendwas ernsthaft kaputt sein musste.
Zweitens: dass die üblichen Tipps, die ich bisher gegen die Schreibblockade versucht hatte alle ins Leere liefen.
Und Drittens, dass das, was ich für eine handelsübliche Schreibblockade hielt, also der Fakt, dass man nicht schreiben kann,weil etwas mit dem Projekt nicht stimmt und / oder man selbst gerade zu „faul“ ist um zu schreiben, wohl keine war. Denn ich wollte ja schreiben. Aber jedes Mal, wenn ich es versuchte, konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen, war nicht in der Lage mich auch nur mehr als 10 Minuten am Stück zu konzentrieren. Ich hatte extreme Probleme überhaupt Worte zu finden. Auch wenn es nur darum ging auszudrücken, wie ich mich fühlte, was in der damaligen Situation eigentlich hätte einfach sein sollen, weil die Schmerzen, die ich hatte, schwer zu ignorieren waren, ging es nicht, weil ich so erschöpft war, dass selbst nachdenken, geschweige denn sprechen unmöglich war.
Nachdem ich mir das eingestanden hatte, hieß es für mich das Schreiben erst mal bis auf weiteres komplett aufzugeben. Etwas, dass mir nicht einfach gefallen ist, nicht einfach fällt, denn auch wenn ich im Moment gerade ziemlich stabil bin, ich habe ehrlich gesagt große Angst, dass der nächste Schlag schon wieder wartet. Und so diszipliniert ich sein kann, wenn es darum geht, Dinge abzuarbeiten, so ungeduldig bin ich, wenn ich daran gehindert werde, eben genau das zu tun.
Entsprechend anstrengend war die Lage und sobald es mir möglich war, mich länger als 10 Minuten zu konzentrieren, galten meine ersten Gedanken natürlich der Frage, was genau mich da eigentlich erwischt hatte und wie ich verhindern würde, dass es mir noch mal passieren könnte. Bzw. was ich tun könnte, wenn es mich noch mal erwischt, denn sobald herauskam, dass es mal wieder die Schilddrüse war, war klar, solange das Problem nicht endgültig gelöst ist, kann es immer wieder zu solchen Rückfällen kommen, die mich dann komplett lahmlegen. Die Frage hier war also nicht ob und wann sie wiederkommen, sondern nur noch, wie kann man darauf reagieren. Denn für mich stand fest, der Brotjob ist wichtig. In solchen dunklen Phasen ist etwas für mich, für meine Seele noch weit wichtiger. Ich MUSS also alles machen können. Für mich. Für den Weg bergauf. Frage ist nur wie. Denn, allein an der Disziplin, also am Willen, lag es nicht, dass ich nicht schreiben konnte. Sondern an einem massiven Mangel an Energie.
Erste Schritte:
Die Frage war also, gibt es irgendeinen Weg, um mir das Schreiben auch dann möglich zu machen, wenn ich über so gut wie keine Energie mehr verfüge?
Nun, in den richtig schlechten Zeiten, nein, da geht wirklich gar nichts mehr. Absolut nichts.
Aber zu allen anderen Zeiten gibt es sicher Mittel und Wege, um mir das Schreiben etwas zu erleichtern, um sicherzustellen, dass ich etwas tun kann, was ich gern tue ohne dabei zu viel Energie zu verschwenden. Denn im Endeffekt geht es genau darum, wenn man unter so einer fiesen Krankheit leidet. Man muss konstant auf seinen Akku achten.
Doch ich glaube, dass nicht nur mir das helfen kann, sondern auch allen anderen. Schließlich haben wir alle nur begrenzt Energie und warum sollte man sich das Leben schwerer machen, als es eh schon ist? Die nächste Überstunde im Brotjob kommt garantiert und dann ein paar Tricks zu haben, schadet doch nicht.
1. Bye bye schlechtes Gewissen
Etwas, das ich immer noch lerne, ist, dass man leider auch mal Fünfe gerade sein lassen muss. Unter Umständen sogar länger, als man es sich selbst zugestehen würde, denn wir tendieren dazu mit uns selbst sehr strikt ins Gericht zu gehen, während wir anderen deutlich mehr durchgehen lassen würden. Ein Trick, der mir dabei hilft, mit mir doch etwas netter umzugehen ist mir vorzustellen, dass nicht ich all das durchmache und damit kämpfe, sondern dass eine Freundin, ein Freund damit zu tun hat und peng, schon habe ich vollstes Verständnis. Was ich dann „nur“ noch machen muss ist meinen eigenen Rat anzunehmen. Zugegeben, selbst mit diesem Trick fällt es schwer, aber es geht einfacher als ohne.
2. Schluss mit blöden Vergleichen und weg von Social Media
Ganz oft kommt das Gefühl, dass man jetzt unbedingt was machen muss daher, dass man sich mit anderen vergleicht. Gerade Social Media macht einem das leicht, da wir dank diesem jederzeit Zugang zu den vermeintlichen Leben der anderen und ihren Erfolgsgeschichten haben.
Gut, wir wissen verstandestechnisch alle, dass auf Social Media viel gelogen wird. Und wenn es nicht gelogen im eigentlichen Sinne ist, dann wird es einfach besser dargestellt, als es ist. Daher habe ich mich oft gezwungen a) mich nicht mit anderen zu vergleichen, denn sie sind nicht in meiner Situation und b) die sozialen Medien in manchen Phasen einfach zu meiden, um eben nicht zu Vergleichen verleitet zu werden, bzw. um nicht Erfolgsgeschichten am laufenden Band präsentiert zu bekommen.
3. Rückbesinnung auf die Erfolge
Natürlich sollt ihr euch nicht auf euren Erfolgen ausruhen, aber es kann helfen, wenn man sich vor Augen führt, wie viel man schon geschafft hat. In Zeiten, in denen ich dachte, ich kann echt gar nichts mehr, hat es mir geholfen die Bände von Lotte in die Hand zu nehmen und zu begreifen (im wahrsten Sinne des Wortes), dass ich all das gemacht habe! Ich habe etwas getan, von dem die meisten Leute träumen. Ich habe mich all das getraut. Egal, ob Lotte besonders gut geworden ist oder nicht, ich habe mich das getraut. Schon allein ist das purer Wahnsinn, wenn man sich das mal überlegt. Wer bitte macht das heute schon? Seine Träume verwirklichen?
4. Routine
Sobald ich wieder einigermaßen auf meinen Füßen stehen konnte, habe ich versucht meine Routine wiederzufinden, denn Routinen machen alles einfacher.
Dass das der Fall ist, merkt man am ehesten, wenn man einen neuen Job annimmt und plötzlich nichts mehr so und da ist, wo es mal war. Die Energie, die man am Anfang in einen neuen Job steckt, wie sehr man sich konzentrieren muss, wie fertig man abends nach Hause kommt, die kennt, glaube ich, jeder. Und dann wie sehr sich das nach einer Weile verändert, wenn man sich einlebt, seine Umgebung und Abläufe kennt…
Zudem sind die wenigsten von uns eine Insel. Will heißen, wir alle haben Leute um uns herum, die Dinge von uns erwarten. Auch für die wird es einfacher, wenn wir eine Routine haben, was unsere Schreibzeit angeht. Dann weiß man, von vier bis fünf Uhr wird nicht gestört, weil da Literatur geschaffen wird. Für eine Stunde muss man mal die Füße stillhalten und kann nichts fragen, nicht stören, nicht...was auch immer.
Gleiches gilt während der Zeit übrigens auch für die sozialen Medien. Lieber die Finger weg davon.
Ihr wisst, generell bin ich ein Fan davon, dass jeder so schreiben soll, wie es für ihn oder sie passt. Soll heißen, wenn jemand Musik beim Schreiben braucht, dann drückt die Playtaste. Der Fernseher muss im Hintergrund laufen, weil die Gedanken sonst nicht fließen wollen? Okay. Wer Kaffeehausatmosphäre braucht… ja, gut… bitte nicht den Test vergessen.
Doch Finstergramm, Pinterest, Twitter und Co. KG, die sollte man lieber links liegen lassen, während man etwas schaffen möchte. Einfach weil sie leider mehr Zeit fressen, als man meint, wenn man nur mal eben ganz schnell was schauen möchte.
Klar, sollte es gar nicht ohne gehen, dann setzt das gewinnbringend ein und nutzt es als Belohnung. Für alle x Minuten Schreiben gönnt ihr euch eine Auszeit mit hübschen Bildern. Solltet ihr das machen, nutzt ihr übrigens einen weiteren Joker in Sachen Etablierung von Routine. Nichts macht es einfacher, etwas zu verfolgen, als wenn wir gute Gefühle damit verbinden. Und wenn Finstergramm genau das bei euch verursacht, dann auf, nutzt das für euch! Aber bitte vergesst das Schreiben darüber nicht. Schließlich sollte das der Hauptzweck der Aktion sein. Nicht andersherum.
5. Working on the chain
Eigentlich müsste ich sagen, die Seinfeldmethode anwenden, aber working on the chain hört sich besser an.
Was ich nun aber damit meine? Wenn ihr eure Routine etabliert habt, dann versucht sie durchzuhalten und für jedes Mal, wo ihr schreibt, Sport macht oder strickt oder was ihr sonst so tut, markiert ihr euch das in eurem Terminkalender, auf eurem Handy, eurem Wandkalende irgendwo, wo ihr den Erfolg des Ganzen nachverfolgen könnt. Chain heißt es deshalb, weil Seinfeld, der „Erfinder“ der Methode damals fette Kreuze in seinem Wandkalender gemacht hat, wann immer er geschrieben hat. Nach und nach wurde das dann zu einer langen Kette aus roten Kreuzen, zu einer chain. Daher der Name und der Hinweis: dont break the chain.
Nun, wenn es doch passieren sollte, dann denkt an Tipp 1. Seid nett zu euch, macht euch nicht runter, das wird der Rest der Welt noch oft genug tun. Warum ihm Arbeit abnehmen?
6. Der olympische Gedanke reich völlig!
Und der ist bekanntlich wie?
Dabei sein ist alles.
Es geht nicht darum, Gold zu gewinnen. Wenn man das schafft, klar ist das toll, aber dabei sein ist alles und reicht schon aus.
Gerade am Anfang musste ich lernen, dass kleine Schritte oft eher zum Erfolg führen, als große. Egal, wie wahnsinnig mich das alles gemacht hat. Klar wäre es toll, wenn ich zwei Stunden am Stück durchhalten würde und einfach so schreiben könnte. Wenn ich nach einem Blogartikel noch ein halbes Kapitel von was auch immer runterrotzen könnte. Aber wenn ich das tue, das habe ich auf die harte Art lernen dürfen, dann zahle ich die kommenden Wochen dafür. Daher lieber kleine Schritte. 20 Minuten, 30 Minuten und nur eine Struktur für den nächsten Artikel auf die Beine stellen. Reicht. In der kommenden Woche kann ich den Faden da wieder aufnehmen und weiter machen. Besser als wenn ich die nächsten drei Wochen mit Schmerzen und Watte im Kopf rumliege und nicht mal ein Buch halten kann.
Daher, bitte nicht wie Tim Benzko machen und die Schritte erst dann zählen, wenn es weh tut. Hört schon vorher auf.
7. Lückenfüller – nutze die kleinen Pausen des Lebens
Lückenfüller war eine Technik, die ich früher sehr oft und sehr sehr gern angewendet habe. Als Elternteil eines kleinen Kindes, hat man erstaunlich viel „tote“ Zeit, lalso Zeit, in der man irgendwo herumsitzt und wartet. Zum Beispiel auf dem Spielplatz. Kinder brauchen bekanntlich andere Kinder, Platz und jede Menge frische Luft. Oder man sitzt in den zugigen Gängen von irgendwelchen Musikschulen, weil das Kind dort Unterricht hat, auf ebenso zugigen Fußballtribünen, in muffigen Umkleidekabinen von irgendwelchen Sporthallen… Die Orte an denen man auf ein Kind warten kann sind vielfältig und damit auch die Zeit, die man für eigentlich nichts nutzen kann, weil man nicht zu Hause ist. Zu Hause würde man längst den Abwasch gemacht, staubgesaugt und -gewischt haben, mindestens zwei Wäschen erledigt haben, Wandfarbe für den Flur und das Wohnzimmer ausgesucht und erfolgreich angebracht haben, aber hier und jetzt sitzt man eben in dieser Umkleide und starrt vor sich hin, ärgert sich ein wenig, dass diese Zeit verloren geht.
Muss sie aber nicht. Solche Zeiten kann man zum Schreiben nutzen. Oder auch zum Lernen, Literatur sichten für die nächste Hausarbeit… ich weiß nicht, was ich alles auf den Spielplätzen unserer Umgebung alles vorbereitet, geschrieben und überarbeitet habe, aber es war einiges und ohne diese Lückenfüllermethode wäre ich nie so weit gekommen, wie ich gekommen bin. Daher, nutzt diese Zeiten. Egal wann egal wo. Mit Glück kommen so Stück für Stück über den Tag verteilt durchaus noch mal 30 Minuten oder mehr zusammen.
8. Die Dosis
Die Dosis macht, dass das Ding ein Gift ist. Sagt ein altes Apothekersprichwort. Angeblich.
Und Schreibratgeber behaupten auch oft, dass man dann mit dem Schreiben aufhören soll, wenn es am Spannendsten ist, dass man nicht die ganze Szene wie im Rausch runterschreiben, sondern sich etwas für das näcshte Mal aufheben soll, an dem man anknüpfen kann.
Ob die Sachen wirklich was bringen? Ehrlich? Das weiß ich nicht, denn mit nur knappen zwanzig Minuten jeden Sonntag kann man nicht so viel machen, da läuft man wenig Gefahr auch nur ansatzweise einen der Tipps anwenden zu müssen. Andererseits habe ich aber lernen müssen, dass besonders dann, wenn das Energielevel schon ziemlich nah an der Kellertreppe ist, man diesen Rat trotzdem beherzigen sollte, weil man sich sonst übernimmt und droht für die nächsten Wochen wieder auszufallen. Wovon niemand was hat und was mich auf Dauer nur in den Wahnsinn treibt. Daher, achtet auf eure Einheiten. Macht lieber etwas langsamer, etwas weniger, aber dafür stetig, statt an einem Wochenende einen Marathon an Schreibleistung herunterreißen zu wollen.
Wie viel ihr euch zumuten könnt?
Das kann ich euch nicht sagen. Meine Feststellung ist jedoch, dass es meist leider sehr viel weniger ist, als uns lieb ist. Für meinen Teil bin ich mit zwanzig, dreißig Minuten gut dabei. Mehr sollte es nicht sein. Wie viel das bei euch ist, müsst ihr probieren. Tastet euch ran.
So… ich glaub das ist alles, was mir auf Anhieb zum Schreiben mit wenig Energie einfällt. Und siehe da, ich habe es geschafft den Artikel durchzuziehen und es hat mich zwei Wochenenden gekostet, siehe den letzten Tipp, immer schön piano, aber hey, ich habe es geschafft und das ist am Ende, das was zählt. Plus, dass der Artikel hoffentlich nicht allzu trocken geworden ist.
Solltet ihr noch einen Tipp kennen, dann immer her damit. Ich bin gespannt darauf Neues zu probieren und immer auf der Suche.
Ansonsten würde ich sagen heißt es nächsten Monat wieder: Gleiche Stelle, gleiche Welle!